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Symbiotische Beziehung zwischen Spiel und den
Mitteln der Kunst

Das Wesen der Kunst, der Malerei, hat ein spielerisches Moment. Wie ein Gemälde aus dem Spiel mit Farben, Elementen, Materialien... besteht, kann ein Spiel aus der Kunst entstehen.

Z.B. in vorliegendem Fall, ein Spiel, welches viele Kombinationen der Setzweise zulässt. Ein Spiel, dass immer wieder durch die Grundlage der Malerei und darüberhinaus durch die Komposition der Elemente die zum Spiel benötigt werden in mehreren Zügen immer wieder umgestaltet wird.

Das Material und die Grundform bestimmen den Gestaltungsprozess. Als Parameter steht eine Grundform, die zwingt, in von Ihr abhängiger Weise mit den anderen Gestaltungselementen umzugehen.

Die Definition des Spiels im Allgemeinen, bestehend aus Wettkampf in einem bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit, tritt in der Kunst analog zum Spiel auf. Der Künstler kämpft mit dem oder gegen das Material, um es so zu informieren und als Erscheinung auftreten zu lassen.

Während man in der Kunst mit den visuellen Eindrücken spielt, kann man im Falle des „Spiels als Kunst“ auch haptisch aktiv werden. Kunst wird somit zusätzlich noch in anderer Form als nur der visuellen Rezipienz benutzt.

Durch die aktive Benutzung entstehen Gebrauchsspuren, die den künstlerischen Prozess vervollständigen. Die Gebrauchs-Spuren und der Spielverlauf vollenden den künstlerischen Prozess in Form von spielerischer Aktivität. Damit wird das Spiel ein kreativer Prozess, der kein Ende vorgibt, wie auch die Fertigstellung eine Gemäldes nur ein Kompromiss im schaffenden Prozess ist der durch die Entscheidung des Finish irgendwann abbricht.

In die Objekte habe ich verschiedene Themenbereiche, mit denen ich während des Studiums konfrontiert wurde, einfließen lassen (Zufall, Serielle Kunst, experimentelle Malerei, Chaos). Ein Resümee.

Die Idee, die das Spiel entstehen ließ, basierte auf der Schaffung einfacher Spielfelder, die Materie (Spielsteine) aufnehmen konnten. Bei der Entwicklung der Spielregeln entschied ich mich für eine einfache mathematische Setzweise. Diese Setzweise, in Kombination mit den zu setzenden Möglichkeiten, eröffnet dem Zufall große Bereiche des Spielgeschehens. Der Zufall setzt da ein, wo der Mensch die Situation durch die mathematisch vordefinierte Setzweise nicht mehr überschauen kann, und dadurch eine Eigendynamik dem erhofften Ziel entgegen strebt oder wiederstrebt. Im Prozess des Spiels werden Assoziationen zur Zufallstheorie, chaotischen Systemen, der Entropie auftreten.

Das Spiel artikuliert sich in seiner eigenen Form, indem es immer wieder die Grenze der Wahrnehmung herausfordert. Es werden Situationen auftreten, die man nicht in ihrer kompletten Konsequenz überblicken kann.

Zudem sollte das Spiel über seine gebräuchliche Funktion hinaus nicht wie üblich in Schubladen und Schränke verschwinden, sondern gleichzeitig als Raumschmuck, als Kunst dienen. Man hängt es an die Wand - „Bitte nicht nicht berühren“. Das Umgehen mit Kunst in dieser Weise schafft einen unüblichen Zugang zu ihr. Es tritt das Kunstwerk während des Spielens in den Hintergrund und wird zum Gebrauchsgegenstand, der nicht mehr als Kunst wahrgenommen wird.

Wird die Kunst in diesem Prozess entmystifiziert?

Oder wird die Kunst gesehen als eine erstarrte Geste, die etwas darstellt, die durch die Handhabung des Spiels wieder zur bewegten Geste wird?

Beabsichtigt ist nicht nur die gedankliche Interpretation der Kunst, sondern auch die mit der Handlung verbundene. Kunst wird durch das Umgehen mit ihr vollendet.

Die Gestalt des Spiels äußert sich in einer Abstraktion, die uns fühlen lässt, was oben benannt wurde, was nie ganz erklärbar war und sein wird, außer mit den Voraussetzungen, die wir zur Erklärung besitzen.

M.Franke
Freie Design Gruppe

Entropie: Eine Struktur, die dem Verfall entgegen strebt.

Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der „Entropie“ ( ein Maß für die Unordnung), lösen sich bestehende Konstellationen auf und gehen wieder einem neuen Ziel, einer neuen Ordnung entgegen.